
Emotionale Regulation bei Hochsensibilität: Wie du intensive Gefühle sanft begleitest, statt dich von ihnen mitreißen zu lassen
Hochsensible Menschen fühlen intensiver. Lerne Wege, um diese intensiven Emotionen sanft zu begleiten, statt dich davon mitreißen zu lassen
Emotionen als Wellen statt als Sturm wahrnehmen
Für hochsensible Menschen sind Emotionen oft vielschichtig: Freude, Angst, Mitgefühl, Traurigkeit – alles schwingt stärker.
Wenn du diese Intensität verstehen und begleiten lernst, statt sie zu bekämpfen, entsteht innere Freiheit.
Nach der Ebbe kommt die Flut und umgekehrt
Früher überfluteten mich starke Gefühle regelmäßig. Egal, ob meine eigenen oder die anderer Menschen. Ich war wie ein Schwamm – kam der Partner gestresst von der Arbeit, war ich auch innerlich angespannt.
Hatte die Kollegin schlecht geschlafen, fühlte ich mich auch müde und unausgeglichen.
Ich nahm alles wahr und es überspülte mich, wie eine Flut. Auch wenn ich vorher innerlich noch ganz ruhig gewesen war, wie am Strand im Moment der Ebbe.
Heute halte ich inne, beobachte die Emotionen körperlich: „Wo spüre ich sie?“ „Schnürt es mir den Hals zu?“ „Lässt es mich zusammensacken, obwohl es gar nicht meine Last ist?“
Diese achtsame Haltung ließ mich begreifen: Gefühle (Emotionen) sind Energien in Bewegung (Motion)
Wenn ich ihnen Raum gebe, statt sie festzuhalten, lösen sie sich schneller auf.
Kleiner Praxisimpuls für dich: sanft regulieren statt analysieren
Wir sind es gewohnt, all das Erlebte zu analysieren – es in seine einzelnen Bestandteile zu zerlegen
Doch wenn dich das nächste Mal ein Gefühlt überrollt, probiere Folgendes aus:
- Benenne es leise („da ist Wut“ „da ist Traurigkeit“)
- Atme tief und langsamer
- lehne dich zurück, bleib innerlich weich und weit
- halte sanft deine Arme (an den Ellenbogen oder den Schultern), als würdest du dich selbst umarmen.
Diese einfachen Schritte öffnen einen sicheren inneren Raum für deine Emotionen.
Kleiner Fun-Fact:
So eine Gefühlswelle dauert in den meisten Fällen nur ein- bis anderthalb Minuten. Wenn wir es schaffen uns in diesem Moment selbst zu halten – bleibt das Drama aus und wir können gelassener durchs Leben gehen.
Wie gehst du mit intensiven Gefühlen um?
Schreibe gern in die Kommentare, ob du lieber Rückzug, Bewegung oder Austausch suchst – jedes Nervensystem hat seinen eigenen Kanal und Rhythmus