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Blog für hochsensible Scanner-Persönlichkeiten

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Umzug – was mir beim Loslassen hilft

Ich stehe im Supermarkt in Glückstadt vor dem Kühlregal. Eigentlich eine banale Situation. Aber dann sehe ich meinen Lieblingsjoghurt – den ich im Allgäu so gerne gegessen habe.

Und plötzlich steigt etwas in mir hoch. Ein Kloß im Hals. Ein Ziehen in der Brust. Wehmut, mitten im Alltag. Ich bin hier freiwillig. Ich wollte das. Neuer Job, neue Stadt, neues Leben.

Aber in diesem Moment zwischen Kühlregal und Fremden, bin ich einfach nur traurig. Weil ein Teil von mir noch woanders ist. Weil Ankommen nicht bedeutet, dass das Alte einfach verschwindet.

Warum Übergange bei hochsensiblen Frauen länger dauern können

Umziehen ist für viele Menschen anstrengend.

Für uns hochsensible Frauen ist aber oft auch ein emotionaler Marathon. Nicht, weil wir uns nicht freuen können. Sondern weil wir tiefer spüren – das Neue und das Alte. Gleichzeitig.

Wir erleben Orte nicht nur als Adressen, sondern als eine Art Beiziehung.

Die Laufrunde, die ich blind nach einem anstrengenden Arbeitstag gelaufen bin. Der Lieblingsbaum im Wald. Die Bank auf dem Berg, auf der ich durchgeatmet und in die Ferne geblickt habe. Das alles war nicht nur Kulisse. Es war ein Teil von mir. Und nun liegt es in weiter Ferne – im wahrsten Sinne des Wortes.

Hinzu kommt: Unser Nervensystem braucht Vertrautheit, um sich sicher zu fühlen. Und beim Umzug wird alles auf einmal fremd.

Neue Geräusche – nachts, wenn es still um dich wird. Andere Gerüche im Hausflur, in der Wohnung. Unbekannte Gesichter. Das System läuft auf Anpassungsmodus – und das kostet enorm viel Energie.

Viele hochsensible Frauen hängen deshalb oft eine Weile „zwischen den Welten“. Körperlich schon am neuen Ort, emotional noch in den alten Gefilden. Das ist kein Zeichen von Schwäche oder fehlender Entschlossenheit. Es ist die Art, wie wir Übergänge verarbeiten: gründlich, intensiv, mit allen Sinnen & Gefühlen.

Kleine Rituale fürs Abschied nehmen und ankommen

Statt das Alte einfach „hinter dir zu lassen“, wie es oft geraten wird – darfst du Beides würdigen: Den Abschied und den Neuanfang. Hier sind drei Impulse, die mir geholfen haben:

Einen Brief an meinen alten Ort

Bevor ich den Süden verlassen habe, habe ich ein paar Zeilen geschrieben. Per Hand, ganz für mich. Ich habe diesem wundervollen Ort im Allgäu gedankt für alles, was er mir geschenkt hat. Für die Menschen, die Momente, meine vielen Lauf- & Wanderkilometer, für meine persönliche Entwicklung. Und ich habe mich bewusst verabschiedet – von meinen Lieblingsorten an diesem Ort. Nicht weil er nicht mehr „gut genug“ war für mich, sondern weil ich woanders hinwollte. Dieser Brief hat nichts „gelöst“ – aber er hat mir erlaubt in tiefer Dankbarkeit loszulassen

Mein erster Lieblingsort an der Elbe

In den ersten Tagen habe ich mir – trotz eisigem Winterwetter – ganz  bewusst einen Ort gesucht, der mir Halt gibt. Ganz in der Nähe – Treppe hoch und auf dem Deich stehend in die Ferne blicken. Der Weitblick, der Blick aufs Wasser – wie ein kleiner Anker im Neuen. Ein Ort, an dem ich einfach sein darf, ohne etwas leisten zu müssen. Nur das Wasser, der Weitblick, der Wind und ich.

Ein symbolischer Gegenstand, der mitwandert

Ich habe kurz vor meinem Umzug in einem kleinen Laden ein Edelweiß-Anstecker gekauft. Nicht aus touristischem Zweck, sondern als Symbol.

Beim Gedanken an die Alpen, haben viele ein Edelweiß vor dem inneren Auge. Doch für mich hat diese Blume noch eine andere Bedeutung. Es erinnert mich an meine Zeit an den Alpen. Diese Blume symbolisiert zudem Mut & Tapferkeit – zwei Werte, die mich durch de Veränderungen getragen haben und mir auch im Alltag Leitsterne sind.

Du darfst Zeit brauchen

Wenn du gerade auch einen Umbruch durchlebst – du innerlich zwischen alter und neuer Welt stehst und dich das erschöpfst – dann darfst du eins wissen:

Es ist okay, den Umbruch in deinem eigenen Rhythmus zu gehen. Auch wenn du dich fragst, warum andere scheinbar mühelos „neu starten“ können und du mit den Veränderungen struggelst – es ist alles okay. Du bist okay!

Ich fühle, wie es dir geht.

Als Mentorin und Mutmacherin begleite ich hochsensible Frauen durch genau solche Zeiten. Zeiten, in denen sie im Außen funktionieren müssen, aber innerlich schon erschöpft sind.

In Zeiten, in denen sie sich einen Raum zum Durchatmen wünschen, aber keine Zeit für eine Aus-Zeit haben.

Du darfst Pause machen – und trotzdem weitergehen – in deinem eigenen Rhythmus.

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