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Blog für hochsensible Scanner-Persönlichkeiten

Neuer Job – Balance finden in der Einarbeitung

„Täglich grüßt das Murmeltier“, denke ich, als der Wecker klingelt. Draußen ist es noch dunkel. Ich gehe in die Küche meiner neuen Wohnung. Während das Teewasser kocht, füttere ich meine Katzen. Nach Außen hin wirkt alles wie Routine – wie ein normaler Start in den Tag.

Doch in mir spüre ich einen seltsamen Mix: Vorfreude auf all die neuen Eindrücke, die im Bauch kribbelt. Gleichzeitig eine tiefe Erschöpfung, weil der Umzug über 900km seine Spuren hinterlassen hat – die auch 3 Wochen danach noch spürbar ist.

Mein Körper fühlt sich an wie ein Radio, dass auf zu vielen Sendern gleichzeitig läuft. Alles neu. Alles irgendwie managen. Alles ganz schon viel auf einmal.

Warum ein Neubeginn für das Nervensystem doppelt „laut“ ist

Was von Außen oft wie ein spannender Aufbruch aussieht, ist für unser feinfühliges Nervensystem eine Dauerbelastung auf allen Kanälen.

Im neuen Job musst du nicht nur fachlich performen, sondern parallel hundert neue Informationen verarbeiten: Wie ist die Geräuschkulisse im offenen Büro? Wer sitzt wo? Welche ungeschriebenen Regeln gelten hier? Wo finde ich die Toilette, ohne dreimal fragen zu müssen?

Dazu kommt der Umzug selbst. Neue Geräuschkulisse, halb ausgepackte Karton, ungewohnte Wege zum Supermarkt und zur Arbeit. Dein System kenn noch keine Routine, keinen sicheren Hafen. Und doch hast du das Gefühl funktionieren zu müssen, um im Alltag mithalten zu können.

Alles verlangt Aufmerksamkeit, statt Autopilot. Alles kostet Energie, statt Entspannung.

Und während du versuchst, kompetent und motiviert zu wirken, läuft im Hintergrund ein unsichtbares Programm: Dein Nervensystem scannt permanent dein Umfeld nach Sicherheit – und findet sie noch nicht. Also bleibt es im „Alarmmodus“, um dich zu schützen.

Doch das ist keine Schwäche. Das ist Biologie. Das ist dein eigener Rhythmus. Das bist du und das ist völlig okay.

3 Kleine Rituale, die dich halten

Gerade deshalb brauchst du in solchen Momenten keine großen Selbstoptimierungspläne oder Tipps, sondern winzige, verlässliche Anker. Hier sind zwei Impulse, die mir selbst geholfen haben:

Mein Anker-Satz vorm Spiegel

Bevor ich morgens aus der Türe gehe, sage ich mir einen einzigen Satz – laut vor dem Spiegel im Flur: „Ich darf heute unperfekt sein.“

Die Übergangs-Minute

Ich gehe die Treppen hoch in Richtung Büro. Auf dem Treppenabsatz vor unserem Büro bleibe ich kurz stehen. Atme dreimal tief durch. Spüre meine Füße auf dem Boden und sage mir innerlich: „Ich bin okay. Ich bin sicher.“ Dieses kurze „Durchatmen“ schafft einen kleinen Puffer zwischen dem Arbeitsweg mit den Öffi´s im morgendlichen Hamburger-Berufsverkehr und dem Ankommen im Büro.

Abendliche Bewegung als Ritual

Jeden Abend bewege ich meinen Körper 30 Minuten lang. Nicht aus Pflichtgefühl oder Optimierungswahn für einen gut geformten Körper.

Sondern aus einem ganz einfachen Grund: Durch Bewegung spüre ich wieder meinen Körper. Das bringt mich wieder zurück zu mir – wie ein verankern in meinem Körper. Wie ein ankommen bei sich selbst, nachdem man den ganzen Tag durch viele neue Eindrücke im Außen gewesen ist.

Es ist ein Moment, in dem ich einfach sein darf – ganz ohne Leistungsgedanken.

Du musst das nicht allein durchstehen

Wenn du selbst gerade innerlich erschöpft bist und trotzdem weiter funktionieren musst. Vielleich auch du einen Neuanfang durchlebst – ob freiwillig oder unplanmäßig – dann möchte ich dich eins wissen lassen: Du musst da weder allein durch. Noch musst du dich komplett verlieren, um zu funktionieren.

Es ist alles okay. Du bist okay!

Ich fühle, wie es dir geht.

Als Mentorin und Mutmacherin begleite ich hochsensible Frauen durch genau solche Zeiten. Zeiten, in denen sie im Außen funktionieren müssen, aber innerlich schon erschöpft sind.

In Zeiten, in denen sie sich einen Raum zum Durchatmen wünschen, aber keine Zeit für eine Aus-Zeit haben.

Du darfst Pause machen – und trotzdem weitergehen – in deinem eigenen Rhythmus.

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